Roger Willemsen

Moderator und Buchautor, Roger Willemsen

Roger Willemsen wurde in Bonn geboren. Er studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Bonn, Florenz, München und Wien. Nebenher arbeitete er als Nachtwächter, Reiseleiter und Museumswärter.

1984- promovierte er über die Dichtungstheorie Robert Musils. Anschließend unterrichtete er zweieinhalb Jahre als Assistent für Literaturwissenschaft an der Universität München. Sein Habilitationsvorhaben über den „Selbstmord in der Literatur” gab er zugunsten seiner Tätigkeit als freier Autor auf.

1988- Willemsen arbeitete in der Folgezeit als Essayist, Herausgeber und Übersetzer u.a. von Thomas Moore und Umberto Eco. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in Südostasien zu Recherchen für einen Roman ging er 1988 für drei Jahre nach London, wo er auch als Korrespondent für verschiedene Rundfunkstationen, Zeitschriften und Zeitungen arbeitete.

1991- Nach seiner Rückkehr 1991 wurde der Hamburger Pay-TV-Sender Premiere bei einem Casting für das tägliche Interview-Magazin „0137” auf Willemsen aufmerksam - seine Fernsehlaufbahn nahm ihren Anfang.

1993- Gut 1000 Interviews später moderierte er 1993 „Willemsen - Das Fernsehgespräch” (Premiere). Etwa zeitgleich entstanden filmische Porträts u.a. über König Hussein von Jordanien, Dame Edna Everage, Carlos Menem und Lech Walesa.

1994-1998- war Willemsen Moderator der wöchentlichen Gesprächssendung „Willemsens Woche”.


1999- Seit 1999 moderierte Roger Willemsen renommierte Kulturveranstaltungen im deutschen Fernsehen wie z.B. die Echo-Klassik-Gala im ZDF (gemeinsam mit Senta Berger), „Und der Haifisch der hat Zähne. Hundert Jahre Bertolt Brecht” aus der Frankfurter Staatsoper, die „Romy Schneider-Nacht” oder auch die „Casanova-Nacht” im WDR. Außerdem porträtierte er für das ZDF-Format „Willemsens Musikszene” u.a. Wynton Marsalis, Pierre Boulez, Herbie Hancock, Chick Corea, Sting, Dee Dee Bridgewater, Papa Wemba, Kurt Masur, Gidon Kremer, Woody Allen, Prince und Isaac Stern.

 

Jan. 1999- Nov. 2000- moderierte Roger Willemsen die monatliche Kultursendung „Nachtkultur mit Willemsen”(WDR), in der er jeweils ein aktuelles Thema aus Kunst und Kultur mit drei bis vier Gästen diskutierte.

 

1993- produziert und koproduziert Roger Willemsen mit seiner eigenen TV-Produktionsfirma NOA-NOA Fernsehproduktion GmbH Dokumentationen, Interviewformate, Themenabende und Gala-Veranstaltungen.

 

1999-2001- war seine Produktionsfirma verantwortlich für das Konzept, das Programm und die Moderation der Grimme-Preis Verleihung. Roger Willemsen moderierte die Veranstaltung bereits seit 1998. Des Weiteren produzierte NOA-NOA anläßlich des 10. Todestages von Herbert von Karajan eine dreistündige
Gedächtnis-Sendung aus der Berliner Philharmonie, die im ZDF ausgestrahlt wurde. In der Reihe „Gipfeltreffen” (ZDF) inszenierte Willemsen filmische Doppelporträts u.a. von Marie Bäumer und Monty Roberts in Los Angeles oder Herbert Grönemeyer und Paul Spiegel in Köln.

 

2000-01- Für den Deutschen Pavillon der Expo 2000 hat Roger Willemsen aus Gesprächen mit 55 Künstlern eine etwa 10-stündige Videoinstallation mit dem Titel „Welcome Home. Künstler sehen Deutschland” hergestellt, in der ein facettenreiches, detailscharfes und kritisches Bild über Deutschland gezeichnet wird. Eine Auswahl dieser Interviews erschien im Februar 2001 in Buchform beim Henschel Verlag. Die Interviewreihe wurde als globales Projekt konzipiert und soll auch weiterhin fortgesetzt werden.

2000-02- Von der Spielzeit 2000 an bis zum Frühjahr 2002 fand „Das Bühnengespräch” im Deutschen Schauspielhaus statt. Dort bat Roger Willemsen prominente Vertreter des kulturellen Lebens (u.a. Ivan Nagel, Nike Wagner, Robert Gernhardt, Ingo Metzmacher, Carl Djerassi, Meret Becker) auf die Bühne, und widmete sich Ihnen dort in einem ausführlichen Gespräch.


2002- Im Jahr 2002 löste Willemsen alle seine Fernseh-Verträge und kündigte an, sich aus dem Medium „bis auf Weiteres” zurückzuziehen. Eine Reise, die er über Monate kreuz und quer durch Deutschland unternommen hatte, beschrieb er für eine komplette Ausgabe des „SZ Magazins”. Im Januar 2002 erschien sie, von ihm selbst gelesen, als Doppel-CD bei Eichborn, später als Buch. Fünf Monate lang stand sie auf der Bestsellerliste des „Spiegel”. Die Bandbreite der über 2000 von Roger Willemsen interviewten Gäste reicht von Yassir Arafat, Madonna, Isaac Stern, Yehudi Menuhin, Sting, König Hussein von Jordanien über den Dalai Lama, Michail Gorbatschow, Lech Walesa, Carlos Menem bis zu Jacqueline Bisset, Isabelle Huppert, Charlotte Rampling, Emanuelle Beart oder Yoko Ono.

Roger Willemsen

1992- wurde Willemsen mit dem „Goldenen Kabel” und dem „Bayerischen Fernsehpreis” ausgezeichnet.
 
1993- erhielt er den „Adolf-Grimme Preis” in Gold. Neben seiner Tätigkeit als Fernsehmoderator ist Willemsen als Herausgeber, Buchautor und Essayist tätig.

 

1991-92- schrieb er eine regelmäßige Kolumne für das „Zeit-Magazin”. Von März 1993 bis zu ihrem Ende im Frühjahr 2002 war er wöchentlicher Kolumnist der Wochenzeitschrift „Die Woche”. Er gehört zum Redakteurteam des „SZ Magazins”. Seine kulturkritischen Beiträge veröffentlicht er unter anderem in „Zeit”, „Zeit- Magazin”, „Spiegel”,  „Transatlantik”, „Süddeutsche Zeitung”, „Du”, „Neue Zürcher Zeitung”, „Das Magazin” in der Schweiz und in vielen anderen Organen.


1995-96- nahm er eine Gastprofessur am Lehrstuhl für Literatur-wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum an. Er unterrichtete wiederholt an der Hochschule für Film- und Fernsehen in München und an der Akademie für Publizistik in Hamburg.


Sein Debüt als Regisseur gab Roger Willemsen mit dem Dokumentarfilm „Non Stop - Eine Reise mit Michel Petrucciani”, der im April 1996 erst von Arte, dann vom ZDF ausgestrahlt und inzwischen in 13 Ländern gesendet wurde. Es folgten für ZDF/ARTE „Timothy Leary - Der letzte Trip”, „Gerhard Schröder – Vom Kandidaten zum Kanzler”, „Bordelle der Welt”. Für das ZDF „Der Literaturpapst - Film zum 80. Geburtstag von Marcel Reich-Ranicki” (gemeinsam mit Reinhold Jaretzky) und für die Deutsche Welle „Welcome Home. Künstler über Deutschland”.

2002- verfolgt Willemsen neben ein paar filmischen Projekten, die er federführend betreut, vor allem seine literarischen Arbeiten. Bücher von ihm wurden inzwischen u.a. ins Französische, Englische, Griechische, Persische, Niederländische, Koreanische übersetzt, Lese- und Pressereisen führten ihn nach Griechenland, Zypern, England, Südafrika und Polen, und sowohl von der „Deutschlandreise”, wie auch von seinem Guantánamo-Buch existieren Bühnen-Fassungen, die verschiedentlich zur Aufführung gebracht wurden.

 

2005- Mit seiner gereimten Fassung vom „Karneval der Tiere” geht er seit Jahren mit Orchestern oder mit den beiden Pianistinnen Anna und Ines Walachowski auf die Bühne. Mit letzteren ist er seit Herbst 2005 auch mit „Ein Schuss, ein Schrei. Das Meiste von Karl May” auf Tournee. Diese Karl-May-Revue, „das Ultimative Maysical” genannt, kombiniert humoristisch gereimte Zusammenfassungen Karl-May’scher Romane mit stimmig dazwischen gesetzter Musik für zwei Klaviere oder vier Hände.

Roger Willemsen

Die Verfilmung seines Liebesmonologs „Kleine Lichter” wird augenblicklich von der Polyphon realisiert. Gespielt wird die englische Fassung, mit entsprechend internationaler Besetzung. Die Theaterfassung (vertrieben vom S.Fischer-Verlag) wartet noch auf ihre Uraufführung.


Seit Herbst 2005- ist Willemsen auch mit seinem humoristischen Erzählerprogramm „Und Du so?” auf Bühnen in ganz Deutschland und der Schweiz unterwegs. Gelegentlich moderierte er noch Großveranstaltungen wie die „DIVA” oder die Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises, tritt aber heute als Moderator nur noch für den amnesty-Buchmessenschwerpunkt, die
Menschenrechtsgala von amnesty oder die LitCologne bzw. aus humanitären Anlässen auf. Ausnahmen bilden Themenabende, die in der Regel auf großen Bühnen realisiert werden, so zum Beispiel über Wesen und Funktion von Literatur, die Begegnungen mit Menschen und Orten, die Liebe, den Aphorismus etc.


Auch seine Hörfunk-Arbeiten, die ehemals das Spektrum von den Radio-Dialogen „Die guten Deutschen” (Radio Bremen) bis zu der Jazz-Sendung „Gefühlsausbrüche” (WDR 5) umfasste, hat er weitgehend eingestellt, gestaltet aber bisweilen immer noch die zweistündigen monothematischen Literatur-und-Musik-Sendungen des WDR 5 mit dem Titel „SpielArt” (ehemals Ohrenweide”).


Feb. 2004-Juli 2006 moderierte er den „Literaturclub” des Schweizer Fernsehen (SFDRS), der auch auf 3Sat ausgestrahlt wird. Roger Willemsen arbeitet seit langem als amnesty-Botschafter sowie für „terres de femmes” und sitzt im Kuratorium von CARE International. Für die Kampagne „Helfen steckt an” reiste er im Februar 2005 erstmals nach Afghanistan. Im selben Jahr wurde Willemsen Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins Hagen e.V.; und bereiste an der Seite der 1. Vorsitzenden Nadia Karim im Herbst des Jahres ein zweites Mal Afghanistan. Für den Verein engagiert er sich vor allem im Brunnen- und
Schulenbau, in der medizinischen Versorgung, bei der Aufklärung über Afghanistan in Deutschland, im Spendensammeln und bei der Realisation von Benefiz-Veranstaltungen.

 

Mehr zu Roger Willemsen finden Sie unter www.rogerwillemsen.de

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